Dienstag, 5. Februar 2013

Woher Walzen kriegen?


Für diejenigen, die ich schon restlos überzeugen konnte von den vielfältigen Vorzügen der Walzerei, hab ich mich mal auf die Suche nach Bezugsquellen gemacht:

Natürlich wird man immer wieder auf elektronischen und analogen (Floh-)Märkten fündig werden. Für neu erzeugte Walzen kann man sich in Österreich zB an die Firma Draco wenden, für Deutschland wird man etwa unter strukturwalzen.de fündig. Letztgenannte Seite bietet auch einiges in Sachen Inspiration und was man mit Walzen noch alles anstellen kann. Man kann sich die Walzen dort übrigens auch ausleihen, was ich sehr praktisch finde, wenn man immer wieder Neues ausprobieren möchte. 

In Österreich (Wien) gibt es Ausleihmöglichkeit im Nähsalon Nahtlos, den ich überhaupt allen sehr herzlich empfehlen kann. Dort wird nicht nur gewalzt, sondern auch genäht und siebgedruckt. Alles mit freundlicher und kompetenter Begleitung. 

Interessantes zur Geschichte der Walzen findet sich hier.

Freitag, 1. Februar 2013

Textile Grüße

In meiner Werkstatt ist eine Meuterei ausgebrochen. Die Stoffe und Papiere steigen auf die Barrikaden und verkünden, dass sie die althergebrachten Verwendungsmöglichkeiten gründlich satt haben. Sie verlangen ein Aufbrechen der Rollenbilder und hätten sie BHs, würden sie sie verbrennen. Inspiriert von so viel revolutionärer Kraft habe ich mich gleich einmal um die Emanzipation der Textilien gekümmert. Die erobern jetzt eine frühere Papier-Domäne und verwandeln sich in Grußkarten.

Zum Praktischen: Ich leime eine alte Postkarte auf den Stoff und schneide ihn dann genau entlang der Kanten zu. Die Grußbotschaft kann aufgenäht oder aufgeklebt werden. Als Dekoration eignet sich zB Masking-Tape, das an den Rändern im Zickzack-Stich aufgenäht wird. Auf die Rückseite kommt etwas stärkeres Papier, auf das später geschrieben werden kann. Mit Kleber fixieren, damit nichts verrutscht und dann alles wieder im Zickzack-Stich mit der Nähmaschine umrunden.

TIPP: Nach dem Leimen zu Beginn und nach Abschluss alles gut und fest pressen (zB unter einem Bücherstapel), damit nichts wellt oder sich durchbiegt.

rotes Leinen mit aufgenähtem Masking Tape

Ich war früher ein T-Shirt
Ich war früher ein Kleid (Satin)


rotes Leinen mit Borte


wild gewalztes Leinen



Freitag, 25. Januar 2013

Noch mehr Gewalztes

Wer einmal der Walze verfallen ist, wird immer neue Möglichkeiten finden, sie einzusetzen. Im textilen Bereich kann man sich da endlos austoben. Walze auf Filz, auf Leinen, auf dünner oder dickerer Baumwolle, sogar samtige Stoffe könnt ihr euch vorknöpfen. Die Ergebnisse lassen sich gut untereinander oder mit anderen gemusterten oder einfärbigen Stoffen kombinieren. Unten ein paar Beispiele aus meiner "Walz-Taschen-Phase".











Sonntag, 20. Januar 2013

Am Anfang war die Walze


Hier möchte ich euch eine meiner liebsten Komplizinnen auf dem Pfad des Gestaltens vorstellen: die Walze. Gemeint ist die Sorte Walze, die man - vor allem früher - für Wände in Innenräumen verwendet hat. Keine Stube, die ohne Walzmuster auskam. Irgendwann allerdings trat die Tapete ihren Siegeszug an und die Walzen wurden auf den Dachboden geräumt oder sogar weggeworfen. Ich habe das unverschämte Glück, dass mein Großvater noch einen riesigen Fundus davon hat.

Ursprünglich wollte ich damit nur meine Wohnung ausmalen. Das habe ich auch gemacht, aber das reichte nicht. Die Walze in der Rechten, der Blick leicht glasig, war ich auf der Suche nach weiteren Walzoptionen. Und deren gibt es bei genauem Hinsehen gar nicht wenige. Papier kreuzte als erstes meine Bahn. Packpapier lässt sich mit einfacher Wanddispersion hervorragend bewalzen. Schließlich landete ich auch bei Stoffen, die sich mit Textilfarbe ebenso gut bearbeiten lassen. Kurz - wenig ist vor mir sicher, wenn ich mit der Walze bewaffnet bin.


das braucht ihr dazu:
Schwammwalze, Musterwalze, Führungsrahmen, Achse für die Schwammwalze 



So werden die Teile zusammengefügt:
Achse in die Schwammwalze stecken und im Führungsrahmen anbringen,
Musterwalze am vorderen Ende des Rahmens einspannen

Dann die Schwammwalze einfärben: Ich tauche dazu nicht die Walze selber in die Farbe sondern streiche sie mit einem Pinsel ein. Ein bisschen Herumprobieren ist nötig, um die richtige Konsistenz der Farbe zu erreichen.


Walze auf naturfarbenem Packpapier

Walze auf weißem und blauem Packpapier

Walze auf türkiser Baumwolle

Walze auf rotem Leinen


Walzenmix auf weißem Leinen

bunter Walzstoffstapel

Freitag, 18. Januar 2013

Grußkarten und Bastelgedanken

Ich war schon immer begeisterte Bastlerin und scheue mich nicht, das B-Wort zu verwenden. Nicht, dass das Kürzel "DIY" schlecht wäre, aber ich finde, dass das Wort "basteln" das Klorollenbleistifthalter-Image einfach nicht verdient hat. Außerdem, wie würde ich mich sonst bezeichnen? "Dieiweierin"? Hm, rollt nicht so von der Zunge und wie viele Leute wüssten denn auf Anhieb, was das heißt?

Also doch Bastlerin? Warum eigentlich nicht Künstlerin? Das klingt nach großen Schuhen und weil ich lieber basteln und nicht stolpern möchte, häng ich mir auch dieses Label nicht um. Ich weiß ja, dass die Kunst sowieso macht, was sie will. Gut möglich, dass sie mich auch am Basteltisch hin und wieder besuchen kommt.

So, jetzt aber zum praktischen Teil:

Derzeit bin ich im Grußkarten-Fieber! Mich hat's voll erwischt und ich weiß nicht, ob ich jemals wieder etwas anderes werde tun können als Grußkarten machen. Als Hintergrund verwende ich derzeit am liebsten Seiten alter Bücher. Die Ränder werden mit der Nähmaschine im Zickzack-Stich umrundet.