Mittwoch, 27. März 2013

"Meine Freundin Susi"

Heute war meine Nichte zu Besuch und sie hat gleich selber eine tolle Papp-Puppe gemacht, die Susi heißt. Leider hat sie derzeit noch einen Verband am Fuß, weil wir ihr bei der Schuhanprobe fast den Fuß abgerissen haben - also der Susi nicht meiner Nichte :-) Wir sind aber sicher, dass sie sich bald erholen wird.

Ah ja und eine Dose (in ihrem früheren Leben Kaffeedose) haben wir zur wunderbaren Frühlingsbüchse inklusive Schmetterling umfunktioniert.










Dienstag, 26. März 2013

Siebdrucken macht glücklich

Ich war siebdrucken und es hat echt Spaß gemacht! Hier die Ergebnisse. Wer Lust hat, kann sich gleich selber anmelden im Wiener Nähsalon Nahtlos.













Donnerstag, 14. März 2013

Pappmarie und ihre Schwester

Nachdem ich sie letzte Woche schon inklusive politischer Botschaft vorgestellt hatte, kommen heute noch ein paar Details zur Entstehung der Protestpuppe, alias Pappmarie:

Nichts in meinem Alltag hat besondere Bezüge zu Pappmaché, dennoch pflanzte sich der Gedanke daran an unübersehbarer Stelle in mein Hirn. Mit resignativer Ergebenheit kaufte ich also Tapetenkleister, mit Inspirationen ist nicht zu argumentieren.

Den Kleister sollte man eher kräftig anrühren (= mit viel Kleisterpulver, wie kräftig ihr umrührt ist eher sekundär :-)) damit alles gut zusammenhält. Aus Zeitungspapier grob das Skelett der Puppe formen und mit dünnem Draht umwickeln, damit es die Form ungefähr behält.


Dann alles mit Zeitungsschnipseln und Kleister umhüllen. Nach jeder Schicht Zeitung wieder gut kleistern. Gut trocknen lassen und anmalen, wie's beliebt. Als Haare habe ich roten Bast genommen und einfach eher wild mit Leim ans Haupt geklebt.


Pappmaries jüngere Schwester hat nur einen Kopf, dafür als Hals ein Kartonröhrchen. Wenn sie groß ist, möchte sie eine Fingerspielpuppe werden.





Donnerstag, 7. März 2013

Protestpuppe


Pünktlich zum morgigen internationalen Weltfrauentag hat meine Protestpuppe das Licht der immer noch viel zu sexistischen Welt erblickt. Sie wurde geboren mit einem Schild in der Hand und sitzt jetzt mahnend neben meinem PC. Gut, bei mir läuft sie da sowieso offene Türen ein, vielleicht platziere ich sie demnächst an einem öffentlichen Ort.

Der 8. März geht auf die Proteste von Textilarbeiterinnen in den USA zurück, die bessere Arbeitsbedingungen und Entlohnung forderten. Tja und wie ist das heute in Südostasien? Die Textilarbeiterinnen leben und arbeiten unter höllischeren Bedingungen als je zuvor.

Frauen dieser Welt, die ihr doch die gestaltende Kraft am Bekleidungsmarkt darstellt, informiert euch (zB bei Clean Clothes) und kauft dort, wo die fairen Arbeitsbedingungen garantiert werden! Vielleicht nicht immer - aber immer öfter...







Freitag, 1. März 2013

Schattenspiele

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einem Motiv für den Siebdruck-Workshop, an dem ich im März teilnehmen werde (siehe hier). Ich habe dafür ein paar Fotos von einer Spanien-Reise hervorgekramt und auf dem PC so bearbeitet, dass sie schwarz/weiß sind. Dann habe ich noch Helligkeit und Kontrast so reguliert, dass die Motive wie Schattenumrisse vor weißem Hintergrund erscheinen.

Diese Motive habe ich dann noch zB oval zugeschnitten. Zum Schluss noch einen eingescannten Schmetterling vom letzten Mal (siehe vorigen Post) genauso bearbeitet und draufgesetzt - voilà!

Die Grußkartenmacheritis hat also wieder zugeschlagen und ich bin ihr wie es scheint zunehmend hilflos ausgesetzt... Also WARNUNG an alle, vor dem extremen Suchtpotential dieser Arbeit!








Mittwoch, 20. Februar 2013

Lass die Schmetterlinge raus!


An alle, die auch abseits des Valentinstags Schmetterlinge im Bauch haben: Lasst sie raus! Am besten auf einer Karte für den Liebsten oder die Liebste.

Ich habe dafür ein altes Schmetterlinge-Bestimmungsbuch hergenommen, das schön gezeichnete Schmetterlinge enthält. Um das Buch nicht zu zerstören und um die Schmetterlinge mehrfach verwenden zu können, scanne ich sie ein und drucke sie auf dickem Papier wieder aus. Davor könnte man sie auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm einfärben.

Dann ausschneiden und entlang des Körpers auf die Karte kleben. Die Flügel nicht ankleben sondern etwas aufstellen, als wäre der Schmetterling grad zufällig auf der Karte zwischengelandet.

Dann noch eine Botschaft nach Geschmack anbringen. Alle, die nicht Französisch sprechen, können sich zumindest lautmalerisch der Sprache der Liebe annähern ;-) "fürschterlisch 'übsch, no?"





Montag, 11. Februar 2013

Verkleidungskunst

Für alle, die an Faschingskostümen eher mäßig interessiert sind, kommt hier ein Verkleidungstipp der anderen Art: Verkleidet nicht euch sondern andere(s)!

Ich habe mein Verkleidungsobjekt im Müll gefunden. Das ist ja einer der entscheidenden Vorzüge am Leben in einem Mehrparteienhaus: es gibt viel interessanteren Müll als immer nur den eigenen. Einer meiner Streifzüge durch den Müllraum bescherte mir ein völlig intaktes Holzisterl mit viel Potential, das halt von außen eher fad bis unattraktiv war.

Innen habe ich es mit weißer Farbe bemalt, die Außenseite habe ich unten mit Buchseiten beklebt (zum Kleben habe ich Leim verwendet. Das funktioniert zwar, aber es gibt sicherlich noch passendere Klebestrategien (über Hinweise dazu freue ich mich!). Den Deckel habe ich außen mit (bewalztem) Stoff überzogen - auch hier wurde wieder mit Leim geklebt.

Das Kisterl beherbergt nun meine (stetig wachsende) Nähseidensammlung und ist eine echte Bereicherung in meiner Werkstatt.



























Dienstag, 5. Februar 2013

Woher Walzen kriegen?


Für diejenigen, die ich schon restlos überzeugen konnte von den vielfältigen Vorzügen der Walzerei, hab ich mich mal auf die Suche nach Bezugsquellen gemacht:

Natürlich wird man immer wieder auf elektronischen und analogen (Floh-)Märkten fündig werden. Für neu erzeugte Walzen kann man sich in Österreich zB an die Firma Draco wenden, für Deutschland wird man etwa unter strukturwalzen.de fündig. Letztgenannte Seite bietet auch einiges in Sachen Inspiration und was man mit Walzen noch alles anstellen kann. Man kann sich die Walzen dort übrigens auch ausleihen, was ich sehr praktisch finde, wenn man immer wieder Neues ausprobieren möchte. 

In Österreich (Wien) gibt es Ausleihmöglichkeit im Nähsalon Nahtlos, den ich überhaupt allen sehr herzlich empfehlen kann. Dort wird nicht nur gewalzt, sondern auch genäht und siebgedruckt. Alles mit freundlicher und kompetenter Begleitung. 

Interessantes zur Geschichte der Walzen findet sich hier.

Freitag, 1. Februar 2013

Textile Grüße

In meiner Werkstatt ist eine Meuterei ausgebrochen. Die Stoffe und Papiere steigen auf die Barrikaden und verkünden, dass sie die althergebrachten Verwendungsmöglichkeiten gründlich satt haben. Sie verlangen ein Aufbrechen der Rollenbilder und hätten sie BHs, würden sie sie verbrennen. Inspiriert von so viel revolutionärer Kraft habe ich mich gleich einmal um die Emanzipation der Textilien gekümmert. Die erobern jetzt eine frühere Papier-Domäne und verwandeln sich in Grußkarten.

Zum Praktischen: Ich leime eine alte Postkarte auf den Stoff und schneide ihn dann genau entlang der Kanten zu. Die Grußbotschaft kann aufgenäht oder aufgeklebt werden. Als Dekoration eignet sich zB Masking-Tape, das an den Rändern im Zickzack-Stich aufgenäht wird. Auf die Rückseite kommt etwas stärkeres Papier, auf das später geschrieben werden kann. Mit Kleber fixieren, damit nichts verrutscht und dann alles wieder im Zickzack-Stich mit der Nähmaschine umrunden.

TIPP: Nach dem Leimen zu Beginn und nach Abschluss alles gut und fest pressen (zB unter einem Bücherstapel), damit nichts wellt oder sich durchbiegt.

rotes Leinen mit aufgenähtem Masking Tape

Ich war früher ein T-Shirt
Ich war früher ein Kleid (Satin)


rotes Leinen mit Borte


wild gewalztes Leinen



Freitag, 25. Januar 2013

Noch mehr Gewalztes

Wer einmal der Walze verfallen ist, wird immer neue Möglichkeiten finden, sie einzusetzen. Im textilen Bereich kann man sich da endlos austoben. Walze auf Filz, auf Leinen, auf dünner oder dickerer Baumwolle, sogar samtige Stoffe könnt ihr euch vorknöpfen. Die Ergebnisse lassen sich gut untereinander oder mit anderen gemusterten oder einfärbigen Stoffen kombinieren. Unten ein paar Beispiele aus meiner "Walz-Taschen-Phase".